"Für ein Leben in Würde"

EKD-Kammer legt Studie zur globalen Bedrohung durch HIV/Aids und zu den Handlungsmöglichkeiten der Kirchen vor

Die Aids-Epidemie hat sich zu einer ernsthaften globalen Bedrohung entwickelt. In allen Regionen der Welt auch in Deutschland ist die Zahl der Menschen angestiegen, die mit dem HI-Virus leben und an Aids erkranken. Aids ist in vielen Teilen der Welt vor allem in Afrika zur häufigsten Todesursache bei Erwachsenen geworden. Besonders rasch verbreitet sich Aids in Osteuropa und Zentralasien. Die Kirchen und die kirchlichen Hilfs- und Missionswerke können über Gemeindestrukturen, Netzwerke und Partnerkirchen eine entscheidende Rolle im Kampf gegen Aids spielen. Die Kammer der Evangelischen Kirche in Deutschland für nachhaltige Entwicklung legte Ende Juli 2007, eine Studie zu der globalen Bedrohung durch HIV/Aids und den Handlungsmöglichkeiten der Kirchen unter dem Titel "Für ein Leben in Würde" (EKD-Texte 91) vor.

Überall in der Welt verweist HIV/Aids auf gesellschaftliche Tabus und Missstände, die die Ausbreitung des Virus begünstigen. Die Krankheit nötigt zu einer Auseinandersetzung mit Fragen der sexuellen Orientierung, mit dem Selbstbestimmungsrecht von Mann und Frau, mit Drogenabhängigkeit, Armut, Ausbeutung und sexueller Gewalt. Aus diesen Gründen beschränkte sich die Kammer in ihrer Studie nicht auf die Darstellung des Wissensstandes über HIV/Aids seine Ausbreitung, Übertragungswege und die medizinischen Grundlagen , sondern geht ausführlich auf gesellschaftspolitische, ökonomische und ethische Fragestellungen ein. Die Kammer beschreibt darüber hinaus, welchen Beitrag die Kirchen überall auf der Welt in diesen Themenfeldern leisten können.

Viele Kirchen weltweit haben die Herausforderungen der Pandemie wahrnehmend selbstkritisch anerkannt, dass sie zu Anfang unzureichend reagiert haben. Sie haben sich mutig auf den Weg gemacht, bemühen sich um einen offenen Umgang mit dem Thema, sind engagiert in Prävention, Pflege und Behandlung, bei der Versorgung der Aids-Waisen und im Engagement für die Betroffenen und Ausgegrenzten. Die Kirchen sind weltweit vernetzt und lokal, regional und international präsent. Die Kranken und ihre Angehörigen finden bei ihnen spirituellen Beistand ebenso wie konkrete diakonische Hilfe und politische Unterstützung ihrer Anliegen; in vielen Ländern spielen sie eine wichtige Rolle bei der öffentlichen Meinungsbildung und Sozialisation.

Die nun vorgelegte Studie zeigt, dass die HIV/Aids-Erkrankung nur bei wachsenden Anstrengungen wirksam bekämpft werden kann. Das Schweigen über Aids ist in den vergangenen Jahren gebrochen worden, Ängste, Verurteilungen, Stigmatisierungen und Diskriminierungen bestehen aber fort. Menschen mit HIV/Aids brauchen Solidarität und Gemeinschaft. Sie erwarten Unterstützung im Kampf für das Leben. Ihrerseits sind die von HIV/Aids potentiell Bedrohten und unmittelbar Betroffenen aufgefordert, sich der Gemeinschaft zuwenden und Verantwortung für ihr Leben übernehmen. Dazu will die vorliegende Studie der Kammer der EKD für nachhaltige Entwicklung ermutigen.

Bezug:

  • Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland
    Herrenhäuser Straße 12, 30419 Hannover
    Fax: 0511/2796-457, E-Mail: versand@ekd.de
    Kosten: 0,85 Euro pro Exemplar
  • Auf der Internetseite der EKD unter http://www.ekd.de/EKD-Texte/54558.html zur Verfügung.