Die Grafen zu Solms

In einer Urkunde des Klosters Schiffenberg aus dem Jahr 1129 wird ein ​„Edler Marquardus de Sulmese“ erwähnt. Der Stammsitz seiner Familie lag bei Burgsolms am Solmsbach. Später kamen Teile der Gleiberger Grafschaft hinzu. Den Grafentitel führten die Solmser zu dieser Zeit aber noch nicht.

1212 wurde erstmals mit einem Heinrich ein Graf Solms urkundlich belegt. Sein Gebiet war noch zerstreut, reichte aber schon bis zum heutigen Hohensolms und den benachbarten Orten Königsberg und Erda. Durch geschickte Politik rundeten die Solmser Grafen ihr Territorium an der mittleren Lahn ab und behaupteten es auch gegen starke Nachbarn wie den Landgrafen von Hessen und den Erzbischof von Mainz. Durch Erbteilungen kam es jedoch zu Zersplitterungen ihres Landes und zur Entwicklung verschiedener Linien des Adelsgeschlechts.

Durch die „Falkensteiner Erbschaft“ von 1419 wird das Solmser Territorium um weitere Teile der fruchtbaren Wetterau beträchtlich erweitert. Das bis dahin von den verschiedenen Zweigen gemeinsam verwaltete Solmser Gebiet wird im frühen 15. Jahrhundert in zwei Hauptlinien aufgeteilt: Solms-Braunfels und Hohensolms-Lich. Im 18. Jahrhundert gelang es beiden Linien durch die Verleihung der Reichsfürstenwürde in den Hochadel aufzusteigen.

Heute verbindet die „Solmser Straße“ in einem Netzwerk von Straßen alle Orte, die im Laufe der Geschichte für die verschiedenen Zweige der Solmser Familie bedeutend waren und sind. Sie erstreckt sich über Teile des südlichen Lahn-Dill-Kreises, des Kreises Gießen und des Wetteraukreises.